(23.08.2008) USV Thalgau - SV Austria Salzburg 1:3 (1:0):

Ein feucht-trüber Samstagnachmittag sollte es sein, als der violette Auswärtsmob auszog um seine Mannschaft zur fünften Runde der Herbstmeisterschaft zu begleiten. Ebenso mürrisch wie das Wetter war auch das „Thoigau oda Austria?!?“ der Parkplatzwachler am Austragungsort. Man war (wie nicht anders vom Vorstadtvolk zu erwarten) penibelst darauf bedacht die Sportplatzstraße frei von violettem (Auto-)Gesöcks zu halten um wohl (wie bei anderen Ligaspielen üblichen 23 zahlenden Zuschauern) genug Parkplätze für die Massenansammlung an VIPs bereitstellen zu können.

Der kurze Umweg zur Thalgauer Raika-Arena war’s aber wert. Immerhin gab es, bedingt durch die Sektorentrennung, während des gesamten Spiels Dolby Surround Unterstützung für die Austria. Auch Heimfans waren in respektabler Anzahl anwesend – die überdachte zweireihige Tribüne und der bereits angesprochene VIP-Balkon über den Umkleidekabinen waren sehr gut gefüllt.

Den freudigen Erwartungen und gesanglichen Leistung der mitgereisten Fans konnten die Spieler beider Mannschaften zumindest in der ersten Hälfte jedoch nicht gerecht werden. Zu Beginn der Partie hatte man das Gefühl die Teams würden sich lieber gerne ordnen und auf den Gegner einstellen. Dieser Sammelprozess hat aber ehrlich gesagt entweder nicht gewollt funktioniert oder konnte bis Ende der Partie nicht abgeschlossen werden. So war es kaum verwunderlich, dass sich ein zerfahrenes Spiel entwickelte – unter reger Beteiligung eines elegant ungeschickt wirkenden Linierichterpärchens. Ist es in dieser Liga wirklich so, dass der Schiedsrichter das Out gibt und der Linesman warten muss welche Richtung sein „Chef“ gerne hätte? Diese Frage wird sich wohl nie beantworten lassen.

Wenn eine Begegnung nicht recht ins Rollen kommt, geht es auch den Violetten meist so und aus diesem Grunde war es auch nicht verwunderlich, dass man mit einem 0:1 Rückstand aus einer schönen Thalgauer Flanke auf Kopfballkombination in die Pause ging. In den Karaffen, die der Trainer seinen Schützlingen in der Pause eingeschenkt hat, war bei keinem bis auf den jungen Mersudin Jukic reiner Wein. Das soll kein Lob auf zwei spielentscheidende Aktionen sein, sondern soll genau das aufzeigen, was man sich Samstag für Samstag von so einem Spieler erwartet. Kommt eine Partie nicht in Schwung, muss einer das Heft in die Hand nehmen und den Kahn in trockene Gewässer lenken. Durch seinen gekonnten Freistoß und einen soliden Einzelauftritt drehte der Mittelfeldmotor das Spiel auf 2:1.

Ein Handselfmeter in den Schlussminuten sicherte der Austria einen 3:1 Sieg, der nicht unverdient aber zugegeben etwas glücklich (aus Thalgauer Sicht vielleicht sogar um ein Tor zu hoch) ausfiel. Nun gut, aus Purple Heart Sicht bleibt zu sagen: Ground gehakt, danke für das gute Bier, die Würstl und viel Erfolg noch beim Fanartikelverkauf!


(bumi08/08)

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